Schilddrüsenunterfunktion – aus der Sicht der Naturheilkunde

Standardmäßig werden bei einer Schilddrüsenunterfunktion Schilddrüsenhormone verordnet. Selten wird zusätzlich die Einnahme von Jod oder eine Mischung empfohlen. Schulmedizinisch sind damit oft schon alle Therapiemöglichkeiten abgedeckt. Gerade im Anfangsstadium, oder bei einer nur sehr leichten Schilddrüsenunterfunktion, lässt sich oft auch mit einer ganzheitlichen Sichtweise, die Schilddrüse wieder harmonisieren. Verschiedene Ansätze der Naturheilkunde bei Schilddrüsenunterfunktion sollen in diesen Artikel dargestellt werden.

Schildrüsenunterfunktion

Stehen den Körper zu wenig aktive Schilddrüsenhormone zur Verfügung, stellen sich häufig einige Symptome in Vordergrund.

  • Schwacher Kreislauf
  • Kalte Hande & Füße
  • Haarausfall
  • Verstopfung
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Gewichtszunahme trotz angemessener Kalorienaufnahme

Diese oft untypischen Symptome lassen oft auch auf andere Krankheiten hindeuten, wodurch eine Unterfunktion der Schilddrüse meist nicht sehr schnell diagnostiziert wird. Die Symptome variieren außerdem je nach Grad der Unterfunktion und können von kaum spürbar, bis sehr stark schwanken.

Werden dem Körper nun die fehlenden Hormone durch Tabletten gegeben, verschieben sich die Werte in der Regel wieder, in den gewünschten Bereich und die Symptome nehmen ab. Die Hormongabe heilt dadurch aber nicht die Schilddrüse. Eine oft lebenslange Einnahme der Medikamente ist somit die Konsequenz. Eine ganzheitliche Therapie der Schilddrüsenunterfunktion könnte ein Ansatz zu Besserung bedeuten.

Schilddrüsenunterfunktion aus der Sicht der Naturheilkunde

  1. Die richtige Ernährung

Oft geht eine Schilddrüsenunterfunktion mit der chronischen Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis einher. Ziel ist es die chronische Entzündung zu stoppen, da sich die Schilddrüse im weiteren Verlauf immer weiter zerstört und irgendwann eine Medikamenteneinnahme unumgänglich ist. Durch eine alternative Ernährungsform wie die Paleo- oder Rohkost-Ernährung können potenzielle Entzündungstrigger oft eliminiert werden. Ein sanfter Wechsel in eine andere Ernährungsform ist in jedem Fall anzuraten, da die Darmflora oft einige Zeit braucht sich an die Zunahme der Ballaststoffe zu gewöhnen. Eine Glutenfreie Ernährung bringt oft schon einige Veränderungen mit sich und viele Betroffene bleiben bei der Ernährungsform weil es Ihnen einfach besser geht.

  1. Darmflora sanieren

Parallel zur Ernährungsumstellung sollte der Darm saniert werden. Ist der Darm betroffen, ist oft auch die Leber betroffen, die Entgiftung läuft nicht mehr einwandfrei und ein Teufelskreislauf beginnt. Ein Teil des inaktiven Schilddrüsenhormons T4 wird im Darm in das aktive T3 umgewandelt. Findet dieser Prozess nicht statt, oder nur in abgeschwächter Form, steht nicht genug aktives T3 für den Körper bereit. Die Einnahme von Probiotika ist anzuraten. Langfristig, wenn die Ernährungsform es erlaubt, kann auf Kefir, selbstgemachtes Sauerkraut, oder Kombucha gewechselt werden.

  1. Stressmanagement

Ein hoher Stressspiegel senkt unser Energiepotenzial und sorgt für einen unerholsamen Schlaf. Eine Heilpflanze aus der Ayurveda gewinnt immer mehr an Popularität. Ashwagandha (Withania Somnifera) hilft dem Körper besser mit Stress umzugehen und sorgt für einen erholsameren Schlaf. Die Studienlage ist aktuell noch recht dünn und eine Einnahme sollte idealerweise von einem Arzt oder naturheilkundlichen Therapeuten begleitet werden. Oft ist eine Veränderung der Lebensumstände durch mehr Pausen, Bewegung, Yoga auch schon ein Impuls in ein achtsameres Stressmanagement.

Anzeige

4.  Jod

Zunächst gilt auszuschließen ob eine Hashimoto Thyreoiditis vorliegt. Jod kann den Autoimmunprozess anheizen. Hohe Dosen Jod sind deshalb immer mit Vorsicht zu genießen. Der tägliche Jodbedarf sollte wenn möglich auf natürliche Weise gedeckt werden und zum Beispiel über Algen (Kelp) erfolgen. Das Risiko mit einer zu hohen Jodzufuhr ist zu hoch, dass bei einer aktiven Entzündung mehr Schaden als Nutzen angerichtet werden kann.

 

5. Nährstoffmängel auffüllen

Für die Schilddrüse -sowie für jedes Organ- sind Nährstoffe wichtig um zu funktionieren. Einige Nährstoffe sind dabei besonders hervorzuheben:

  • Jod (Siehe 4.)
  • Selen: Selen hilft bei der Umwandlung von T4 zu T3 und senkt den Antikörperspiegel
  • Zink: wird für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt
  • Tyrosin: Tyrosin ist eine nichtessentielle Aminosäure (muss also nicht mit der Ernährung zugeführt werden) und ist ein wichtiger Baustoff zur Produktion der Schilddrüsenhormone

6. Schweineschilddrüsenhormone

Werden schon Schilddrüsenhormone genommen und auch bei guten Laborwerten keine Erfolge erzielt, kann an eine Umstellung auf Schweineschilddrüsenhormone gedacht werden. Die Schilddrüse produziert nicht nur T4 und T3 sondern außerdem auch T1 und T2, die genauso fehlen können. Oft ist auch eine Umwandlung von T4 in T3 problematisch. Ein weiterer Vorteil ist das in Schweineschilddrüsenmedikamenten bioidentische Hormone enthalten sind, also keine synthetischen Nachbauten. In Deutschland sind aktuell nur zwei Apotheken tätig, die Schweineschilddrüsenpräparate auf Rezept herstellen. Die Klösterl-Apotheke mit dem Produkt Thyreogland und die Receptura-Apotheke mit dem Produkt Thyroid. Die Medikamente werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und müssen oft vom Patienten selbst bezahlt werden.

Wie man sieht, ist die ganzheitliche Sicht und die Naturhelkunde bei einer Schilddrüsenunterfunktion, eine Summe an kleinen Bausteinen die individuell abgeklärt werden muss. Leider gibt es auch in der Naturheilkunde keine Wunderpille bei einer Schilddrüsenunterfunktion und man sollte Erwartungen realistisch gegenüber treten.

 

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Falls Sie bereits Schilddrüsenmedikamente nehmen, so setzen Sie diese bitte nie eigenmächtig ab! Es könnten sich lebensbedrohliche Symptome entwickeln. Die Arzneimittel können allenfalls langsam ausgeschlichen werden – und auch das nur in Absprache und Begleitung Ihres Arztes oder Heilpraktikers.Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wer Informationen aus dem hier Gesagten anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar