Natron – Fluch oder Segen?


Natron – Den meisten bekannt als Kaiser-Natron aus dem Supermarkt. Natron ist ein Mittel, das verspricht eine schier unmögliche Anzahl an Problemen im Haushalt bewältigen zu können. So dient es in der Küche als Backtriebmittel, beim Putzen als Allzweckreiniger, in der Körperpflege als Deodorant, beim Waschen als Geruchsneutralisator und kann in Kombination mit Essig sogar verstopfte Abflüsse reinigen. Doch welchen Nutzen kann Natron für unsere Gesundheit haben? Dafür schauen wir zuerst was Natron eigentlich ist.

Natron – Wofür steht der Name?

Natron ist die Abkürzung für Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3).  In seiner reinen Form wird es vorwiegend aus natürlichem Kochsalz gewonnen. Natron ist oft in Backpulver enthalten, sollte aber nicht damit verwechselt werden. Backtriebmittel werden häufig mit Aromen und Säuerungsmittel angereicht, um bessere Ergebnisse beim Backen zu erzielen. Chemisch gesehen ist Natron eine Base und neutralisiert Säuren. Durch den Säureabbau entsteht Co2. Das ist ein gewünschter Nebeneffekt, da dadurch der Teig beim backen fluffiger wird und aufgeht. Wir machen uns diesen Nebeneffekt zugute, um einen simplen Test, der im nächsten Abschnitt erklärt wird, durchzuführen.

Zu wenig, oder zu viel Magensäure?

Bevor man darüber nachdenkt Natron innerlich einzunehmen, sollte man vorher testen ob man zu viel oder zu wenig Magensäure hat. Dafür wird morgens ein halber Teelöffel Natron in 1 Glas Wasser aufgelöst und im Anschluss getrunken. Hier kommt nun der gewünschte Nebeneffekt des zu entstehenden  zu tragen. Hat der Magen genug oder zu viel Magensäure, müsste in etwa spätestens 5 Minuten ein Aufstoßen folgen. Geschieht dies nicht, ist das ein Hinweis, dass der Magen nicht genug Magensäure bildet. Logischerweise sollte nicht, wenn schon zu wenig Magensäure besteht, diese auch noch neutralisiert werden. Des Weiteren ist unbedingt zu beachten, einen Mindestabstand von 1,5h-2h zwischen der Einnahme von Natron und dem Zeitpunkt zur nächsten Mahlzeit einzuhalten. Andernfalls kann die Verdauung gestört werden, da Magensäure essentiell bei der Verdauung von Proteinen erforderlich ist.


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Natron bei Übersäuerung

Natron wirkt dabei nicht nur im Magen basisch, sondern im gesamten Körper. Da Natron im Körper Säuren neutralisiert und in Salze umwandelt, wird es zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen in der Schulmedizin eingesetzt. Zum einen wird Natron bei Nierenkrankheiten eingesetzt (1), da metabolische Übersäuerung die Progression von chronischen Nierenkrankheiten beschleunigt. Bei verschiedenen Studien stellten Wissenschaftler zudem fest, dass Krebszellen durch Natron wieder angreifbar werden (2). Zudem wurde in mehreren Studien festgestellt, dass Sportler deutlich bessere Leistungen bei der Einnahme von Natron zeigen konnten (3) (4). Allerdings stammen die meisten Daten hierbei bislang lediglich auf der Grundlagenforschung. Viele dieser Erkenntnisse können nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden. Außerdem gibt es neben den Vorteilen auch Nachteile, die erklären, dass Natron leider nicht das gesuchte Wundermittel ist. Natron ist definitiv keine langfristige Lösung, da ein untersäuerter Magen, auch wenn es perplex klingt, oftmals mit erhöhter Säureproduktion reagiert. Das ist einer der Gründe, warum viele Menschen, mit zu wenig Magensäure, Sodbrennen haben. Gerade dieser Personenkreis profitiert oftmals mit der Gabe von Betain HCL (Salzsäure), einem entscheidenden Bestandteil der Magensäure.

Fazit

Wie man sieht, wirft die Beantwortung der Frage: „Natron – Fluch oder Segen?“, keine eindeutige Antwort auf. Wo doch die Vorteile überwiegen, erfordert vor allem die Frequenz und Menge der Gabe ein großes Maß an Fingerspitzengefühl und sollte nicht im Alleingang entschieden werden. Neben Verdauungsstörungen kann Natron längerfristig eingenommen sogar den Natrium-Spiegel im Blut ansteigen lassen, was den Calcium-Spiegel im Umkehrschluss senkt. Ist der Calcium-Spiegel zu niedrig entstehen unter anderem Muskelkrämpfe, ist der Natrium-Spiegel im Blut zu hoch, kann die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt werden. Gerne sind wir gespannt auf eure Kommentare und Erfahrungen, bitten euch aber vor selbständig initiierten Versuchen, zuvor einen Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren.

Hinweise zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wer Informationen aus dem hier Gesagten anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Literaturverzeichnis

1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31598912. [Online] 14. 12 2019.

2. https://www.ludwigcancerresearch.org/news-releases/how-might-baking-soda-boost-cancer-therapy/. [Online] 14. 12 2019.

3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4475610/. [Online] 14. 12 2019.

4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31623659. [Online] 14. 12 2019.